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Behandlungsspektrum Knie

Unsere Kernkompetenz Nummer 1 ist der Gelenkersatz des Kniegelenkes und wir verfügen mit über 150 Prothesenimplantation pro Jahr über viel Erfahrung auf diesem Gebiet.

In knapp 50% der Fälle greifen wir dabei auf Teilprothesen zurück, die dem Patienten eine raschere Rehabilitation und ein natürlicheres Gelenkgefühl ermöglichen und somit oft auch eine bessere Sportfähigkeit. Bei den Knie-Totalprothesen fliessen die neuesten Erkenntnisse über die Implantate und vor allem der Art und Weise der Implantation mit ein. Hier zählen wir zu den absoluten Spitzenkräften in Europa. Die steigende Kompetenz in Problemanalyse und Therapie führt auch zu einer zunehmenden Zahl an Revisions- und Wechseloperationen am Kniegelenk.

Die Operation "Knieprothese", wie auch die gesamte Vor- und Nachbehandlung haben wir nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen standardisiert und optimiert und ein spezielles Rehabilitationsprogramm "Optimal Recovery" zusammengestellt. So möchten wir Sie möglichst rasch in Ihren Alltag und Ihr gewohntes Umfeld zurück führen. Seit Mitte 2018 bieten wir zusätzlich zu unserem bisherigen Standard der Computernavigation Roboter-Assistenzsysteme bei den Teil- und Totalprothesen an, um die Patientensicherheit zu verbessern und operative Komplikationen weiter zu minimieren. Ausserdem erlauben uns diese Technologien, die Operation und die Prothesenposition noch besser auf Ihre individuelle Ausgangslage anzupassen.




Gelenkerhaltende Therapieverfahren

Ist vom Verschleissbild und den Beschwerden noch keine Prothese notwendig, haben wir ebenso Möglichkeiten sie in der konservativen und gelenkerhaltenden Therapie zu unterstützen. Wir führen zum Beispiel Infiltrationstherapien mit Cortison und/oder Hyaloronsäure zur Schmerz- und Entzündungshemmung am Kniegelenk durch. Ausserdem gehören arthroskopische Verfahren wie eine Knorpel-, oder Meniskusglättung mit zu unserem Behandlungsspektrum. Diese können auf Grund ihrer geringen Invasivität heute sogar grösstenteils ambulant durchgeführt werden. Zur Vorbeugung von Verschleisserscheinungen oder nach Sportunfällen können wir ebenso Meniskusrekonstruktionen und Bandrekonstruktionen wie einen Kreuzbandersatz durchführen. Bei bestehenden knöchernen Fehlstellungen bieten wir Korrektur- und Umstellungsoperationen an. Dabei greifen wir in der Regel ebenso auf moderne computer-gestützte Operationsverfahren wir die Navigation und die Verwendung von 3D-Operationsplanungen zurück.

Lesen sie hier weitere Details zu den einzelnen Therapieverfahren.




Weiterführende Informationen zur Kniechirurgie

  • Arthrose des Kniegelenkes (Gonarthrose)+

    Kniearthrose bedeutet der Verschleiss der Knorpelflächen und Menisken im Kniegelenk, sodass mit der Zeit im betroffenen Gelenk Knochen gegen Knochen artikuliert . Die Arthrose kann sich isoliert innen oder aussen respektive im Kniescheibengelenk abspielen oder das ganze Gelenk betreffen. Mit fortschreitender Arthrose werden Bänder in Mitleidenschaft gezogen, häufig fehlt dann das vordere Kreuzband, bei grösseren Fehlstellungen kommt es zu Überdehnung der Seitenbänder.
    In den folgenden Dokumenten zum runter laden finden Sie weiterführende Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Kniearthrose.

    Symptome und Diagnostik

    Anatomie

    Therapie und Nachbehandlung

  • Meniskusschaden / Meniskusläsion / Meniskusriss+

    Unfall- oder verschleissbedingte Risse im Innen- oder Aussenmeniskus führen typischerweise zu Schmerzen bei belasteten Drehbewegungen, eventuell verbunden mit Einklemmungsgefühl und Schwellung des Knies.

    Symptome und Diagnostik

    Therapie und Nachbehandlung

  • Riss des vorderen Kreuzbandes+

    Ein unfallbedingter Riss des vorderen Kreuzbandes ist häufig mit einem Instabilitätsgefühl und dem Gefühl des Einknickens unter Belastung verbunden. Schmerzen und Schwellung bestehen vor allem früh nach dem Unfall. Bei chronischen Instabilitäten durch ein fehlendes vorderes Kreuzband besteht die Gefahr von Sekundärschäden an den Menisken, Knorpel und Seitenbändern bei einem unwillkürlichen Einknicken durch einen Fehltritt. Das Gelenk fühlt sich unstabil an, es resultieren funktionelle Einbussen bis zur Sportunfähigkeit oder Beeinträchtigungen im beruflichen oder häuslichen Alltag.

    Symptome und Diagnostik

  • Die Knie-Prothese+

    Die Knie-Prothese

    Auf diesen Seiten möchten wir Sie über die Therapiemöglichkeiten der Kniearthrose mit einer Teilprothese oder Totalprothese aufklären und Ihnen die Besonderheiten unseres Behandlungskonzeptes darstellen. Konservative Therapiemöglichkeiten werden thematisiert, wie auch der gesamte Ablauf von Operation und Nachbehandlung dargestellt. Die unterschiedlichen Prothesenmodelle finden sie ebenso unten erklärt.




    Arthrose des Kniegelenkes

    Der Verschleiss des Kniegelenkes wird als Arthrose bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Abnutzung des Knorpelbelags, oft begleitet von Entzündungsprozessen.

    Die Ursachen des Verschleisses können altersbedingt sein, aber auch durch Fehlstellungen (O-Beine oder X-Beine), vorangegangene Verletzungen (z.B. Kreuzbandriss, Meniskusriss), Voroperationen oder auch andere Erkrankungen wie Rheuma verursacht werden.

    Der Verschleiss bereitet irgendwann im Krankheitsverlauf Schmerzen im und um das Kniegelenk. Üblicherweise beginnen diese mit Anlaufbeschwerden nach längerem Sitzen und Belastungsschmerzen nach dem Sport oder längeren Belastungen, dann nach längerem Gehen oder Treppen steigen. Kommt eine Entzündung hinzu, bestehen häufig auch Ruhe- und Nachtschmerzen. Ausserdem kann es zu Bewegungseinschränkungen und Instabilitäten im Kniegelenk kommen.

    Die wichtigste Untersuchung zum Nachweis einer Arthrose ist neben der Erhebung des Krankheitsverlaufs und der klinischen Untersuchung des Kniegelenks das Röntgenbild. Hier kann man durch die Verschmälerung des Gelenkspaltes indirekt den Knorpelverschleiss darstellen. Die Aufnahmen werden dafür unter Belastung des Gelenkes, also im Stehen angefertigt. Zudem wird eine Aufnahme der gesamten Beinachse erstellt, um Achsenabweichungen festzustellen. Zur genauen Beurteilung der Bandstabilität und des Zustands des inneren und äusseren Kniekompartimentes können in bestimmten Situationen zusätzlich „Stressaufnahmen“ angefertigt werden.

    Eine MRI Untersuchung ist für bestimmte Fragestellungen zu Knorpelschäden, den Menisken oder Bändern sinnvoll, aber zur Abklärung der Arthrose nur selten nötig.

    Articon.ch Die Knie-Prothese


    Konservative Therapiemöglichkeiten

    Ein Verschleiss bedingter Knorpelschaden kann bis heute nicht repariert oder rückgängig gemacht werden. Bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose können Schmerzen und Gehfähigkeit oft nur durch Ersatz mit einem Kunstgelenk, einer Knieprothese verbessert werden.

    Alternative Therapien konzentrieren sich in erster Linie auf die Schmerzlinderung. Nach der verfügbaren Studienlage ist die Selbsttherapie und Lebensführung des Patienten dabei der wichtigste Erfolgsfaktor. Vor allem Bewegungen mit wenig Belastung wie beim Velofahren oder Schwimmen, lassen die Beschwerden oft abnehmen. Eine schmerzhafte Überlastung des Kniegelenkes sollte möglichst vermieden werden. Auch regelmässige Dehnungsübungen und eine gute muskuläre Gelenkführung können zur Beschwerdelinderung beitragen. Im weiteren spielt das Körpergewicht eine wesentliche Rolle. Eine Gewichtsreduktion entlastet das Knie massgeblich.

    Ist damit die Schmerzreduktion ungenügend, stellen auch Medikamente eine Therapieoption dar. Zum Beispiel wird die Einnahme von Chondroitinsulfaten, Glucosamin und Omega-3 als knorpelprotektiv und entzündungshemmend beschrieben.

    Bei Bedarf können auch klassische Schmerzmittel eingesetzt werden. Am wirksamsten sind Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Diclofenac. Die längerfristige, regelmässige Einnahme dieser Medikamente kann jedoch zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden und Nierenschädigungen führen, sodass sie eher nur bei Bedarf oder kurzfristig eingesetzt werden sollten. Eine länger dauernde Einnahme ist in jedem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt abzussprechen, bzw. zu kontrollieren.

    Alternativ können diese Medikamente am Kniegelenk auch als Salbe oder Gel einmassiert werden. Dies hat geringere Nebenwirkungen, allerdings auch einen geringeren schmerzlindernden Effekt.

    Bei akutem entzündlichem Schmerz ist zusätzlich eine Infiltrationstherapie des Kniegelenkes möglich. In Abhängigkeit der Schwere des Knorpelverschleisses kann eine Infiltration mit Hyaluronsäure hilfreich sein, was die Elastizität des vorhandenen Restknorpels verbessern kann. Zur Entzündungshemmung wird in der Regel ein Cortisonpräparat verwendet. Solche Therapien sollten nicht zu häufig und nicht in zu kurzem Abstand wiederholt werden (maximal 3x pro Jahr).

    Therapien wie eine Knorpeltransplantation oder Ersatzplastiken beschränken sich in der Regel auf kleinere, unfallbedingte Knorpelschäden bei jungen Patienten. Eine Kniegelenkspiegelung und Knorpelglättung, bzw. eine operative Behandlung eines zusätzlichen Meniskusrisses ist in Einzelfällen möglich, aber heute nur noch bei mechanischen Blockaden sinnvoll. Bei solchen Operationen kann es zu einer Aktivierung der Arthrose und Verstärkung von Knochen-marksschwellungen mit Verstärkung der Schmerzen kommen. Dies hat mit dem notwendigen Flüssigkeitsdruck im Kniegelenk bei der Arthroskopie zu tun.

    Liegen Achsenfehlstellungen (O- oder X-Bein) als Ursache für den Verschleiss vor, kann unter Umständen eine gelenkerhaltende Therapie durchgeführt werden, indem die Achse operativ korrigiert wird und damit der erkrankte Gelenkbereich entlastet werden kann. Diese Behandlungsoption wird in der Diagnostik in unserer Sprechstunde mit überprüft. Sie kommt in Betracht bei jüngeren, körperlich aktiven Patienten mit noch nicht vollständigem Kollaps des Gelenkes wegen der Arthrose.

    Eine Behandlung mit Schuheinlagen zur Belastungsänderung im Kniegelenk hat sich nach der aktuellen Studienlage beim O-Bein als wenig effektiv gezeigt. Sie macht beim X-Bein durchaus Sinn, vor allem wenn zusätzlich ein Knick-Senkfuss besteht. Deutlich wirkungsvoller sind vor allem beim O-Bein spezielle, redressierende Knieschienen, die jedoch durch einen schlechten Tragekomfort oft wenig alltagstauglich sind und damit speziellen Situationen vorbehalten bleiben. Auch Schienen helfen mehrheitlich bei Arthrosen in Anfangsstadien, wo eine Operation noch nicht sinnvoll ist.




    Entscheid zur operativen Versorgung

    Kommt es trotz der genannten Massnahmen nicht zu einer Beschwerdelinderung, bzw. besteht eine deutliche Einschränkung in der Mobilität und Lebensqualität, bzw. Arbeitsfähigkeit sollte über eine operative Therapie nachgedacht werden.

    Neben den Schmerzen spielt somit die Funktionseinbusse eine entscheidende Rolle.

    Bei fortgeschrittener Arthrose ist der künstliche Gelenkersatz die Therapie der Wahl, also eine Knieprothese.

    Die wichtigsten Kriterien sind nicht das Röntgenbild oder die Schwere der Arthrose, sondern Ihre Beschwerden und Einschränkungen. Entsprechend ist Ihr persönliches Empfinden ein wichtiger Faktor zur Definition des „richtigen“ Operationszeitpunkts.

    Der Entscheid für eine Operation wird in einem persönlichen Gespräch mit uns zusammen getroffen, wobei wir als Berater wirken.

    Als Anhaltspunkte für eine demnächst anstehende Operation gelten:

    -Eine schmerzfreie Gehstrecke von unter einer Stunde -Einnahme von Schmerzmedikamenten -Schwierigkeiten beim Schuhe und Socken anziehen, Steifigkeit des Gelenks -Eventuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit




    Wahl der Prothesenversorgung

    Heute stehen uns eine Vielzahl unterschiedlicher Knieprothesenmodelle zur Verfügung. Unser wesentliches Prinzip bei der Auswahl des richtigen Prothesentyps für Sie ist es, so viel Ihres natürlichen Kniegelenkes zu erhalten wie möglich. Das bedeutet, dass wir möglichst nur den Teil des Gelenkes ersetzen, der tatsächlich einen schmerzhaften Verschleiss aufweist. Dies hat den wesentlichen Vorteil, dass dadurch der Eingriff selbst kleiner ausfällt, die Komplikationsrisiken sinken, wichtige Bandstrukturen in ihrem Kniegelenk erhalten werden können und damit der Bewegungsablauf im Knie natürlicher funktioniert. Dadurch kann oft eine raschere Mobilisation und ein natürlicheres Gelenkgefühl mit dem Kunstgelenk erreicht werden. Dies wiederum ermöglicht eine bessere Funktion, was sich beispielsweise in einer höheren Belastbarkeit oder besseren Sportfähigkeit äussert.

    Je nach Situation stehen hierfür unterschiedliche Prothesentypen zur Verfügung, wie unten schematisch aufgezeigt. Diese unterscheiden sich im Wesentlichen nach zwei Kriterien:

    1. Teilprothese gegenüber Totalprothese: Bei der Teilprothese wird nur ein bestimmter Teil des Gelenkes ersetzt, bei der Totalprothese das ganze Gelenk. Teilprothesen sind innen, aussen, im Gleitlager der Kniescheibe oder kombiniert erhältlich.
    2. Stabilitätsgrad der Totalprothesen: Bei den Totalprothesen wird zwischen einem reinen Oberflächersatz, bei dem die Bewegung weiterhin durch Ihre Bänder und Muskeln stabilisiert wird, gegenüber einer gekoppelten Prothese unterschieden, welche die Funktion der Bandstrukturen unterstützen oder übernehmen kann.

    Die Prothesenwahl hängt von folgenden entscheidenden Fragen ab:

    • - Welche Teile des Kniegelenkes sind betroffen?
    • - Sind die Bandstrukturen stabil und intakt?
    • - Liegen Fehlstellungen vor, die korrigiert werden müssen?
    Articon.ch Die Knie-Prothese


    Die Knie-Teilprothese

    Die Praxis articon zählt Landesweit zu den Spezialzentren für Knieteilprothesen, also den gezielten Ersatz nur des betroffenen Gelenkanteils bei einer Kniearthrose. Wenn immer möglich und sinnvoll, versuchen wir, mit einer Teilprothese auszukommen. In unserer täglichen Praxis werden mittlerweile über 50% der Patienten so versorgt.

    Nach der wissenschaftlichen Datenlage hat dies zahlreiche Vorteile für den Patienten:

    • -Kleinerer Eingriff
    • -Natürlichere Kniefunktion
    • -Höhere Patientenzufriedenheit

    Allerdings müssen einige Kriterien erfüllt sein, damit dies auch erfolgreich gelingt:

    • -Beide Kreuzbänder müssen intakt sein
    • -Keine Bandinstabilität
    • -Keine schwere Bewegungseinschränkung


    Die häufig geäusserte Meinung, dass Teilprothesen nicht so lange halten würden wie Totalprothesen, ist wissenschaftlich nicht bestätigt. Richtig ist, dass nach Teilprothesen das Risiko einer Revisionsoperation (Zweit-Operation) bis zum dreifachen erhöht ist. Neuere Daten zeigen jedoch klar, dass dies vor allem mit chirurgischen Abweichungen zusammen hängen, die mit der Erfahrung des Operateurs in der Teilprothetik, also direkt der Eingriffszahl korrelieren. Entsprechend stellt unsere Spezialisierung auf die Teilprothetik einen wesentlichen Erfolgsfaktor für ein gutes Resultat mit möglichst kleiner Revisionsrate dar. Des weiteren setzen wir vermehrt auf die Computer-Assistenz, bzw. sogar Roboter-assistierte Technologien, um Operationsfehler weiter zu verringern und das Re-Operationsrisiko zu minimieren, wie nachfolgend näher ausgeführt

    Articon.ch Die Knie-Prothese


    Kombinierte Teilprothesen

    Die nachgewiesenen, zahlreichen positiven Effekte, die der Erhalt beider Kreuzbänder bei der Teilprothetik hat, haben dazu geführt, dass in den letzten Jahren neue Konzepte für die Knieprothesen-Versorgung entstanden sind: Ist mehr als ein Gelenkabschnitt betroffen, können verschiedene Teilprothesen miteinander kombiniert werden.

    In unserer Vorstellung besteht das Kniegelenk aus drei Kompartimenten: innen, aussen und das Kniescheibengelenk. In diesem Konzept der Kombinationstherapie wird selektiv die Oberfläche der jeweils betroffenen Gelenkabschnitte ersetzt. Je nach individueller Situation beispielhaft innen, oder aussen und/oder das Kniescheibenlager. Wie bereits erläutert, können - im Gegensatz zur Totalprothese, die alle drei Gelenkabschnitte mit einem Implantat ersetzt - beide Kreuzbänder des Kniegelenkes erhalten werden. Dadurch bleibt der natürliche Bewegungsablauf besser erhalten und das Knie behält seine angestammte Stabilität und die Propriozeption, was zu einem normaleren Gelenkgefühl führt. Ausserdem kann dieses Verfahren als Knochensparend angesehen werden. Grundvoraussetzungen für eine derartige Versorgung sind analog der Teilprothetik die intakte Bandstabilität.

    Da die exakte Implantation und Abstimmung der einzelnen Prothesenteile bei der kombinierten Teilprothetik technisch sehr anspruchsvoll ist, bieten wir dies aktuell stets in Kombination mit der MAKO Roboter-Technologie an. Diese garantiert die passgenaue individuelle Positionierung der Implantate im Knochen.

    Es ist auch denkbar, dass ein Prothesenteil erst später eine bereits bestehende Teilprothese ergänzt. Wurde beispielsweise früher bereits eine Teilprothese innen implantiert und funktioniert nach wie vor einwandfrei, muss bei einer schmerzhaften Arthrose des Kniescheibengelenks nicht zwingend auf eine Totalprothese gewechselt werden. Bei intakten Bandstrukturen und einem gut erhaltenen äusseren Gelenkanteil, kann mit vielmehr eine Teilprothese des Kniescheibengelenks sekundär dazu kombiniert werden.

    Der operative Aufwand und die Rehabilitation der Kombinationsversorgung ähnelt eher dem der Totalprothese, wobei das Ergebnis wie beschrieben funktionell überlegen ist.

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    Knie-Totalprothese

    Die Knie-Totalprothese kann als die Standardversorgung der fortgeschrittenen Kniearthrose bezeichnet werden. Im Gegensatz zur Teilprothese werden hier alle Bereiche des Kniegelenkes ersetzt, also die Innenseite, die Aussenseite und die Gleitfläche der Kniescheibe. Diese Behandlung ist sinnvoll für Patienten, bei denen mehrere Teile des Gelenkes betroffen sind, oder bei denen das vordere Kreuzband gerissen ist. Das trifft auf etwa die Hälfte unserer Patienten zu.

    Die moderne Knie-Totalprothese ist heute ähnlich der Teilprothese im wesentlichen ein Oberflächenersatz des defekten Knorpelbelags. Dies bedeutet, dass am Ober- und Unterschenkel für die Prothesenteile aus Metall und Kunststoff je etwa 8-9 mm Knochen entfernt und durch die Prothese ersetzt werden. Am Unterschenkelteil hat es dann noch einen kurzen Kiel, welcher die stabile Verankerung im Knochen sicherstellt.

    Im Unterschied zur Teilprothese muss bei der Totalprothese meistens das vordere Kreuzband entfernt und durch den Prothesenmechanismus kompensiert werden. Wir verwenden sogar überwiegend Prothesen, die beide Kreuzbänder ersetzen, da das hintere Kreuzband seine natürliche Funktion bei liegender Prothese oft nicht adäquat erfüllen kann. Teilweise berichten die Patienten über ein Klicken in ihrem Gelenk, das durch diesen Kreuzbandersatz-Mechanismus bedingt ist. Das Klicken mag stören, ist aber harmlos.

    Die Patienten bemerken den Unterschied der Total- zur Teilprothese im Alltag häufig nicht wesentlich. Nach erfolgreicher Rehabilitation zeigt sich eine nahezu gleichwertige Alltagsfunktion. Bei höheren funktionellen Belastungen wie beim Sport sind Unterschiede messbar, Patienten mit Totalprothesen sind hier mehr eingeschränkt oder erreichen auch eine geringere Belastbarkeit.

    Durch die hohe Standardisierung der Operationstechnik hat die Versorgung mit einer Totalprothese geringe Re-Operationsrisiken.

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    Gekoppelte Knie- Totalprothesen

    Bei einigen Kniegelenken liegen z.B. nach einem Unfallereignis oder durch einen langen Krankheitsprozess grosse Fehlstellungen (Achsenabweichungen) und Instabilitäten vor. Dann ist oft ein reiner Oberflächenersatz nicht mehr möglich. In diesen Fällen verwenden wir Prothesen, welche die betroffenen Seitenbänder am Kniegelenk unterstützen, oder gar ersetzen können - sogenannte gekoppelte, oder teilgekoppelte Prothesen. Durch einen Zapfen-mechanismus oder auch eine Scharnier-verbindung wird das Kniegelenk über die Prothese stabilisiert und geführt. Auch für die Korrektur von X-Beinarthrosen beim älteren Menschen werden diese Prothesen häufig verwendet.

    Da diese Prothesen eine grössere Kraftübertragung auf den Knochen zur Folge haben, müssen sie zusätzlich mit Stielen im Knochen verankert werden, wie auf den Bildern dargestellt. Dadurch ist der Aufwand in der Operation etwas höher, der Patient aber merkt diesen Unterschied in der Regel aber nicht.

    Die modernen Prothesensysteme sind heute allesamt modular, sodass die Prothese auf Ihre individuelle Situation in Bezug auf Grösse, Stabilität und allfällig nötige zusätzliche Teile zusammen gestellt werden kann.

    Da diese Prothesen dem Kniegelenk mehr Führung geben, ist der Bewegungsablauf nicht so natürlich wie mit den anderen, bereits vorgestellten Systemen. Dies kann zu Einschränkungen bei bestimmten Bewegungen führen. Ausserdem weisen sie einen etwas erhöhten Verschleiss und höhere Lockerungsraten im Vergleich zu den anderen Modellen auf.

    Entsprechend werden gekoppelte oder teilgekoppelte Prothesenmodelle von uns nur dann verwendet, wenn die Stabilität im Kniegelenk anders nicht zu erreichen wäre. Meistens stellt diese Instabilität für die Patienten vor der Operation bereits ein massives Problem dar, sodass die Betroffenen dankbar sind, wenn ihr Kniegelenk nach dem Eingriff wieder verlässlich und stabil funktioniert.

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    Ablauf der Operation

    Je nachdem zu welcher Tageszeit der Eingriff geplant ist, treten sie am Vortag oder am Tag der Operation ins Spital ein. Hierzu erhalten Sie alle Informationen rechtzeitig zugestellt. Bei Aufnahme wird Ihnen noch einmal Blut abgenommen (Testblut für den seltenen Fall einer Transfusion verfällt nach 48 Stunden).

    Vor der Operation haben Sie auch ein Gespräch mit dem Anästhesiearzt, der mit Ihnen das Narkoseverfahren bespricht. Grundsätzlich sind sowohl eine Teilnarkose, oder eine Vollnarkose möglich. Bei einer Teilnarkose können sie während der Operation schlafen oder Musik hören.

    Im Operationstrakt werden Sie zunächst in einem Vorbereitungsraum für den Eingriff vorbereitet. In der Vorbereitung werden etwaige Haare im Operationsgebiet entfernt bis es schliesslich in den Operationssaal geht. Dort erfolgt dann die Einleitung der Narkose, die Spinalanästhesie (= Rückennarkose) wird im Vorbereitungsraum angelegt. Nach letzten Vorbereitungen (Lagerung) wird das Bein desinfiziert und steril abgedeckt.

    Die Operation selbst dauert je nach Komplexität etwa 1-2 Stunden. Der Hautschnitt erfolgt vorne über dem Kniegelenk. Alte Narben werden wenn möglich wieder verwendet und in den Schnitt integriert. Anschliessend wird das Gelenk schichtweise eröffnet. Für die Ausrichtung der Sägeschnitte und damit der Prothese verwenden wir unterschiedliche Hilfsmittel.

    Traditionell erfolgt die Ausrichtung anhand von Knochenstrukturen und Landmarken. Da dies aber eine gewisse Ungenauigkeit beinhaltet, setzen wir seit Jahren zusätzlich Computerassistenzsysteme ein, welche uns bei der Operation unterstützt. Sie liefert genaue Informationen über die Ausrichtung der Prothesenkomponenten und zusätzlich über die Stabilität der Bandstrukturen. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen können dadurch Fehler reduziert und das Risiko einer Re-Operation minimiert werden.

    Nach Abschluss der Sägeschnitte wird zunächst eine Probeprothese eingesetzt und der Bewegungsablauf und das Gelenkspiel geprüft. Ist alles korrekt, kann das Originalimplantat eingesetzt werden. Dies wird entweder zementiert, oder zementfrei am Knochen fixiert. Anschliessend wird ein Schmerzmedikamenten-Cocktail direkt in das Kniegelenk eingespritzt und die Wunde schichtweise verschlossen.

    Der Wundverband erfolgt mit einem Okklusionsverband (Comfeel®), der in der Regel nicht gewechselt werden muss und bis zur Fadenentfernung auf der Wunde verbleibt. Mit diesem Verband können sie ab dem 2. Tag nach Operation auch duschen.

    Nach Operationsabschluss werden Sie im Aufwachraum für einige Stunden überwacht.




    Erfolgsaussichten und Risiken

    Insgesamt zählt die Knieprothesenimplantation zu einer der erfolgreichsten Operationen überhaupt, insbesondere in Hinblick auf die Schmerzreduktion und Wiederherstellung der Funktion. Pro Jahr werden in Europa über 250‘000 Kniegelenke implantiert, in der Schweiz sind es etwa deren 18‘000, sodass von einer Routineoperation gesprochen werden kann.

    Neue Knieprothesen ähneln immer mehr dem natürlichen Kniegelenk. Sie sind aber nach wie vor nur eine Annäherung an die Natur! Eine Knieprothese bleibt daher bislang ein Ersatz mit gewissen Kompromissen. So sind Restbeschwerden unter Belastung nichts Ungewöhnliches. Der Durchschnittspatient gibt ein Schmerzniveau bei Belastung von 1-2 Punkten auf einer Skala bis 10 an.

    Trotz der guten Ergebnisse und Fortschritte in der Therapie sind laut der wissenschaftlichen Literatur dennoch bis zu 20% der Patienten mit dem Resultat nicht ganz zufrieden. Das Knien ist wegen der Narbe häufig nur eingeschränkt möglich. Künstliche Kniegelenke sind nicht uneingeschränkt belastbar und fühlen sich oft nicht wie ein normales Kniegelenk an. Sportliche Aktivitäten sind grundsätzlich zwar auch mit einer Prothese durchführbar, zahlreiche Patienten berichten jedoch über gewisse Einschränkungen bis hin zur Sportunfähigkeit. In den meisten Fällen können leichtere Aktivitäten wie Velo fahren, Schwimmen und Golfspielen gut durchgeführt werden, einige gut trainierte Patienten können auch Ski fahren gehen oder Tennis spielen mit ihrem Kunstgelenk.

    Gerade bei sehr aktiven Patienten verschleissen die Kunstgelenke schneller als natürliche Kniegelenke. Nach dem aktuellen Stand der Technikerreicht die Überlebensdauer ca. 15-20 Jahre. Dennoch sind Knie-Totalprothesen häufig die einzige vernünftige Lösung bei einer fortgeschrittenen, schmerzhaften Arthrose.

    Jede Operation geht immer auch mit gewissen Komplikationsrisiken einher. Insgesamt sind Komplikationen auf Grund der hohen Standardisierung selten, jedoch trotz aller Perfektionierung nicht “gleich Null“.

    Wichtigster Risikofaktor ist heute vor allem der Patient selbst, der durch Alter und Nebenerkrankungen ein persönliches Operationsrisiko mitbringt. Beispielsweise ist ein Diabetes, eine Rheumaerkrankung, eine Blutarmut oder ein deutliches Übergewicht mit einem höheren Risiko für Komplikationen, insbesondere in Hinblick auf Wundheilungsstörungen oder Infektionen assoziiert. Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten birgt ein Risiko für eine Nachblutung. Oder eine Depression, bzw. ein chronischer Schmerz erhöht das Risiko für bleibende Schmerzen und Unzufriedenheit mit dem operativen Ergebnis.

    Als wichtigste Risiken sind zu nennen:

    -Infektionen und Wundheilungsstörungen -Bluterguss -Lockerung oder Verschleiss der Prothese -Knochenbrüche bei Stürzen




Informationsbroschüren zum Download