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Behandlungsspektrum Hüfte

Die Praxis articon ist auf den Gelenkersatz von Knie- und Hüftgelenken spezialisiert und wir führen jährlich über 250 Prothesenimplantation, davon über 100 Totalprothesen an den Hüften durch. Entsprechend haben wir viel Erfahrung auf diesem Gebiet.

Die Operation, wie auch die gesamte Vor- und Nachbehandlung haben wir nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen standardisiert und optimiert. Bereits seit 2008 wenden wir standardmässig eine minimal-invasive, muskelschonende Operationstechnik an, die Ihnen eine rasche Rehabilitation nach dem Eingriff mit freien Bewegungen und voller Belastung ermöglichen soll. Ausserdem sind wir eines von zwei spezialisierten Zentren in der Schweiz, die seit 2008 diese Operation routinemässige computer-assistiert durchführt. Durch die Verwendung einer Computernavigation während der Operation wird die Prothesenpositionierung überprüft und auch die Beinlänge lässt sich präzise messen und einstellen. Noch einen Schritt weiter geht das roboterarm-assistierte Operationsverfahren mit der MAKO-Technologie, welches wir seit Frühjahr 2019 einsetzen. Durch die Computer- und Roboterunterstützung wird die Implantationsgenauigkeit erhöht, Komplikationen wie Ausrenken, Quietschen des Gelenkes oder Beinlängenunterschiede werden damit zu einer Rarität. Dies erhöht die Patientensicherheit.

In den nachstehenden Seiten möchten wir Sie über die Hüftarthrose und deren Behandlung mit einer Hüft-Totalprothese informieren und Ihnen die Besonderheiten unseres "Optimal Recovery" Behandlungskonzeptes darstellen.





Weiterführende Informationen zur Hüftchirurgie

  • Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose)+

    Der Verschleiss des Hüftgelenkes wird als Arthrose bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Abnutzung des Gelenkknorpels, oft begleitet mit Entzündungsprozessen.

    Die Ursache des Verschleisses kann altersbedingt sein. Sehr häufig liegen aber auch angeborene Fehlbildungen der Hüfte vor, die unerkannt und unbehandelt zu einer Fehlbelastung und zu einem frühzeitigen Verschleiss führen. Zu nennen sind hier insbesondere die Hüftdysplasie (Fehlbildung der Pfanne) oder ein Impingement (Einklemmen) der Hüfte. Auch andere Erkrankungen aus dem rheumatologischen Formenkreis oder Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes (Knochennekrose) können in einer Hüftarthrose enden.

    Hinweise für eine fortgeschrittene Arthrose sind zunehmende Anlaufschwierigkeiten, Schmerzen bei Belastung und später auch Ruhe- und Nachtschmerzen. Die Schmerzen lokalisieren sich typischerweise in der Leiste und/oder im Gesäss sowie auf Höhe des grossen Rollhöckers (aussen). Sie strahlen häufig Richtung Oberschenkel und Knie aus.

    Die wichtigste Untersuchung zum Nachweis einer Arthrose ist das Röntgenbild. Hier kann man durch die Verschmälerung des Gelenkspaltes indirekt auf den Knorpelverschleiss rückschliessen. Zusätzlich finden sich oft Knochenneubildungen (Osteophyten) und teilweise auch Zysten im Knochen. Der Hüftkopf ist entrundet und weist Oberflächenunregelmässigkeiten auf.

    Es werden immer eine Übersichtsaufnahme des ganzen Beckens und ein seitliches Hüftbild durchgeführt, um etwaige relevante Knochenformationen, Fehlstellungen, usw. zu erkennen, welche in der Therapie berücksichtigt werden müssen. Ausserdem muss für eine Operationsplanung eine Referenzkugel mit abgebildet sein, um die korrekte Skalierung des Bildes zu gewährleisten. Wenn Sie auswärtige Röntgenbilder mitbringen, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, führen wir neue Aufnahmen durch.

    Eine MRI Untersuchung ist nur für bestimmte Fragestellungen sinnvoll, aber nicht routinemässig erforderlich.

    Articon.ch Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose)
  • Konservative Behandlungsmöglichkeiten und gelenkerhaltende Therapie+

    Ein bestehender, Verschleiss bedingter Knorpelschaden kann nicht repariert oder rückgängig gemacht werden. Bei einer fortgeschrittenen Hüftarthrose können Schmerzen und Gehfähigkeit oft nur durch Ersatz mit einem Kunstgelenk, einer Hüftprothese verbessert werden.

    Alternative Therapien konzentrieren sich auf die Schmerzlinderung. Nach der verfügbaren Studienlage ist die Selbsttherapie und Lebensführung des Patienten dabei der wichtigste Faktor. Vor allem Bewegungen mit wenig Belastung wie beim Velofahren oder Schwimmen lindern die Beschwerden häufig. Auch das Körpergewicht spielt eine wesentliche Rolle. Eine schmerzhafte Überlastung des Hüftgelenkes sollte möglichst vermieden werden. Regelmässige Dehnübungen und eine gute muskuläre Gelenkführung können zur Beschwerdelinderung beitragen.

    Ist damit die Schmerzreduktion ungenügend, stellen auch Medikamente eine Therapieoption dar. Zum Beispiel wird die Einnahme von Chondroitinsulfaten, Glucosamin und Omega-3 als knorpelprotektiv und entzündungshemmend beschrieben.

    Bei Bedarf können auch klassische Schmerzmittel eingesetzt werden. Am wirksamsten sind Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Diclofenac. Die längerfristige, regelmässige Einnahme dieser Medikamente kann jedoch zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden und Nierenschädigungen führen, sodass sie eher nur bei Bedarf oder kurzfristig eingesetzt werden sollten. Eine länger dauernde Einnahme ist in jedem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt abzuklären, bzw. zu kontrollieren.

    Bei akutem, entzündlichem Schmerz ist zusätzlich auch eine Infiltrationstherapie des Hüftgelenkes möglich. In Abhängigkeit des Schweregrads des Knorpelverschleisses kann eine Infiltration mit Hyaluronsäure hilfreich sein.

    Zur Entzündungshemmung wird in der Regel ein Cortisonpräparat verwendet. Allerdings sollten solche Therapien nicht zu häufig und nicht in zu kurzem Abstand wiederholt werden. Zu betonen ist, dass nach einer Cortisoninjektion ins Gelenk während den darauf folgenden 3 Monaten wegen erhöhtem Infektrisiko nicht operiert werden darf.

    Die Spritze in das Gelenk wird unter Durchleuchtungskontrolle durchgeführt, da man die Hüfte von aussen nicht präzise genug tasten kann.

    Eine Infiltration nur mit einem lokalen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) kann auch aus diagnostischen Gründen für die Eruierung der Schmerzquelle hilfreich sein, wenn beispielsweise zeitgleich Rückenschmerzen bestehen. Durch die Infiltration kann man oft differenzieren, welcher Teil des Schmerzes tatsächlich hüftbedingt ist.

    Bei den angeborenen Hüftfehlstellungen ist es entscheidend, dass sie rechtzeitig und damit vor Entstehung einer Arthrose erkannt werden. Dann können häufig noch Hüftgelenkerhaltende Korrektureingriffe erfolgen. Diese Behandlungs-option wird in der Diagnostik in unserer Sprechstunde mit überprüft.

    Bei einer Durchblutungsstörung des Hüftkopfes kann in frühen Stadien eine Entlastungsbohrung oder medikamentöse Therapien helfen. Liegt jedoch ein irreparabler Gelenkschaden vor, ist die Hüftprothese häufig die einzig sinnvolle Therapie bei entsprechenden Schmerzen.

    Therapien wie eine Knorpeltransplantation funktionieren wegen der Gelenkbelastung grundsätzlich schlechter als zum Beispiel am Kniegelenk. Eine Hüftgelenkspiegelung und Knorpelglättung ist bei einer etablierten Hüftarthrose in der Regel nicht angezeigt. Durch die notwendige Aufdehnung des Gelenkes und das Aufpumpen mit Überdruck kann es zu einer Aktivierung der Arthrose und einer Schmerzverschlechterung kommen.

  • Entscheid zur operativen Versorgung+

    Kommt es trotz der genannten Massnahmen nicht zu einer genügenden Beschwerdelinderung, bzw. besteht eine deutliche Einschränkung in der Mobilität mit Reduktion der Lebensqualität, sollte über eine operative Therapie nachgedacht werden. Gleiches gilt auch bei Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

    Neben den Schmerzen spielt somit die Funktionseinbusse eine entscheidende Rolle.

    Bei fortgeschrittener Arthrose ist der Gelenkersatz die Therapie der Wahl, also eine Hüft-Totalprothese.

    Die wichtigsten Kriterien sind nicht das Röntgenbild oder die Schwere der Arthrose, sondern Ihre eigenen Beschwerden und Einschränkungen. Entsprechend ist Ihr persönliches Empfinden ein wichtiger Faktor zur Definition des „richtigen“ Operationszeitpunkts.

    Der Entscheid für eine Operation wird in einem persönlichen Gespräch mit uns zusammen getroffen, wobei wir nur als Berater wirken.




    Als Anhaltspunkte für eine demnächst anstehende Operation gelten:

    • Eine schmerzfreie Gehstrecke von unter einer Stunde
    • Schmerzen nachts und in Ruhe
    • Einnahme von Schmerzmedikamenten
    • Zunehmendes Hinken
    • Schwierigkeiten beim Schuhe und Socken anziehen, Steifigkeit des Gelenks
    • Wesentliche Einschränkung der Belastbarkeit im Alltag und bei sportlichen Aktivitäten
    • Eventuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
  • Prinzip der Hüft-Totalprothese+

    Bei der Hüft-Totalprothese werden sowohl die verschlissene Gelenkpfanne als auch der Oberschenkelkopf durch eine neue Oberfläche (=Prothese) ersetzt. Ziel ist die möglichst genaue Rekonstruktion der ursprünglichen Anatomie mit Wiederherstellung der Beinlänge undHebelarme (auch Offset genannt). Die beiden Komponenten sind aus Metall, üblicherweise Titan. Beide Komponenten werden stabil im Knochen verankert. Am Oberschenkelknochen wird ein Schaft in den Knochen eingesetzt, auf Seiten der Gelenkpfanne eine sphärische Schale. Beide Komponenten haben eine raue, zum Teil beschichtete Oberfläche und werden damit im Knochen verklemmt und zementfrei verankert. Es stehen je nach Anatomie unterschiedliche Formen und Grössen an Implantaten zur Verfügung, um einen optimalen Sitz zu ermöglichen. Der Knochen wächst in die raue Oberfläche ein und sorgt so für einen langfristig festen Prothesensitz.

    Alternativ können die Komponenten zementiert werden. Dies wird bei articon nur in wenigen Ausnahmefällen so vorgenommen.

    Weiterhin besteht die Hüftprothese aus den Laufflächen, über welche die eigentliche Gelenkbewegung stattfindet. Diese werden auch Gleitpaarung genannt. In die Pfannenkomponente wird ein sogenanntes Inlay eingesetzt, auf den Konus des Hüftschaftes wird ein Kopf aufgesteckt. Sie sind für die Funktion der Hüfte bezüglich Beweglichkeit, Langlebigkeit usw. von entscheidender Bedeutung. Es stehen unterschiedliche Materialien zur Auswahl, die später näher besprochen werden. Über die Grösse, bzw. Länge des Kopfes kann die Beinlänge in 3 mm Schritten eingestellt werden. Dies wird bei articon während der Operation mittels Computernavigation gemessen und so individuell rekonstruiert.

    Articon.ch Prinzip der Hüft-Totalprothese
  • Materialien und Gleitpaarungen+

    Verankerung und Material der Prothese

    Die erste Frage ist häufig: Bekomme ich eine zementierte, oder eine zementfreie Hüftprothese?

    Nach aktueller Studienlage gibt es keinen Unterschied in Bezug auf Funktion oder Haltbarkeit zwischen zementierten und zementfreienProthesen. Dennoch werden in der Schweiz mehrheitlich zementfreie Prothesen verwendet. Die biologische Verbindung zwischen Knochen und Schaft wird als vorteilhaft angesehen, insbesondere falls im Verlauf einmal ein Prothesenwechsel notwendig werden sollte. Entsprechend verwenden auch wir bei articon nahezu ausschliesslich zementfreie Prothesen. Nur bei einer sehr eingeschränkten Knochenqualität (Osteoporose) kann die Zementierung beim Schaft vorteilhaft sein, weil es dann seltener zu Knochenrissen beim Einsetzen der Prothese kommt. Dies wird in der Operation entschieden.

    Eine Osteoporose als solche beeinflusst übrigens nicht das Einwachsen oder die Haltbarkeit einer zementfreien Prothese.

    Die zementfreien Hüftschäfte und Pfannenschalen sind aus beschichtetem Titan gefertigt. Titan hat eine sehr gute Gewebeverträglichkeit und der Knochen wächst innerhalb weniger Wochen an. Dies ermöglicht durch die biologische Verbindung eine sehr lange Haltbarkeit.




    Die Gleitpaarung

    Articon verwendet nahezu ausschliesslich Prothesenköpfe aus modernen, bruchfesten Keramiken. Diese haben die besten Verschleisseigenschaften und eine gute Verträglichkeit. Wenn immer möglich verwenden wir grosse Kopfdurchmesser (36 mm), um einen hohen Bewegungsradius zu erreichen und das Risiko für ein Ausrenken des Gelenkes zu minimieren. Nur bei kleinen Hüftpfannen müssen wir auf Grund der Bruchfestigkeit auf kleinere Köpfe zurückgreifen.

    Auf Seiten des Pfannen-Inlays stehen zwei unterschiedliche Materialien zur Verfügung:

    1.Keramik wie der Hüftkopf oder
    2.Polyäthylen, also ein Kunststoff

    In Laboruntersuchungen zeigt die Kombination eines Keramik-Kopfes mit einem Keramik-Inlay den geringsten Verschleiss. Entsprechend verwenden wir bei articon standardmässig diese Gleitpaarung. Moderne hochvernetzte Kunststoff-Inlays sind allerdings nur geringfügig „schlechter“. Auch die Polyäthylene haben heute eine Haltbarkeit von sicher 2 Jahrzehnten.

    Kunststoff-Inlays können wiederum für ältere Patienten vorteilhaft sein, da sie eine bessere Stossdämpfung aufweisen.

  • Ablauf der Operation+

    Je nach dem zu welcher Tageszeit der Eingriff geplant ist, treten Sie am Vortag oder am Tag der Operation ins Spital ein. Hierzu bekommen Sie alle Informationen rechtzeitig zugestellt. Bei Aufnahme wird Ihnen noch einmal Blut abgenommen (Testblut für den seltenen Fall einer Transfusion verfällt nach 48 Stunden).

    Vor der Operation haben Sie auch ein Gespräch mit dem Anästhesiearzt. Grundsätzlich werden alle Hüft-Prothesen Implantationen in Vollnarkose durchgeführt. Dies ist bedingt durch unsere minimal invasive, muskelschonende Operationstechnik, die eine vollständige Relaxierung der Muskulatur erfordert.

    Im Operationstrakt werden Sie zunächst in einem Vorbereitungsraum für den Eingriff vorbereitet. Es werden etwaige Haare entfernt bis es schliesslich in den Operationssaal geht. Dort erfolgt dann die Einleitung der Narkose. Nach letzten Vorbereitungen (Lagerung) wird das Bein desinfiziert und steril abgedeckt.

    Die Operation selbst dauert je nach Komplexität etwa 60 bis 90 Minuten. Der Hautschnitt erfolgt aussen, seitlich an der Hüfte. Als Zugang zum Hüftgelenk verwenden wir den minimal-invasiven, antero-lateralen oder einen dorsalen (hinteren) Zugang. Beim antero-lateralen Zugang werden keine Muskeln mehr durchtrennt, sondern wir verwenden natürliche Muskellücken und gehen zwischen den Muskeln hindurch zum Hüftgelenk. Beim hinteren Zugang werden Teile der Aussenrotatoren durchtrennt und am Schluss der Operation wieder angenäht und fixiert. Nach Eröffnung der Hüftkapsel wird zunächst der verschlissene Hüftkopf am Schenkelhals abgesetzt und entfernt. Danach werden die Hüftpfanne dargestellt und das sphärische Knochenbett für die Pfannenkomponente gefräst. Nach Überprüfung der korrekten Pfannenposition und des festen Implantatsitzes mit einer Probeprothese kann das Originalimplantat mit dem Inlay zementfrei eingeschlagen werden. Anschliessend erfolgt die Vorbereitung des Oberschenkelknochens für die Schaftkomponente. Mit der liegenden Raspel und einem Probekopf kann die neue Hüfte erstmals eingerenkt und getestet werden. Wenn die Probeprothese korrekt sitzt und die Anatomie regelrecht rekonstruiert ist, kann auch hier das Originalimplantat mit einem Keramikkopf eingesetzt werden. Anschliessend werden ein Medikament zur Reduktion von Nachblutungen (Tranexamsäure) in das Hüftgelenk eingespritzt und die Wunde schichtweise verschlossen.

    Der Wundverband erfolgt mit einem Okklusionsverband (Comfeel), der in der Regel nicht gewechselt werden muss und bis zur Fadenentfernung auf der Wunde verbleibt. Mit diesem Verband können sie ab dem 2. Tag nach Operation auch Duschen.

    Nach Operationsabschluss erwachen sie aus der Narkose und werden im Aufwachraum für einige Stunden überwacht.

  • Computerassistenz während der Operation+

    Unsere Praxis articon zählt zu den Pionieren der computer-gestützten und roboter-assistierten Chirurgie in Europa. Seit Jahren verwenden wir computer-assistierte Verfahren für Prothesen-implantationen wie die Navigation der Knochenschnitte. Dadurch wird die Präzision der Operationen erhöht und mögliche Fehler minimiert.




    Computernavigierte Hüftprothese

    Seit 2005 werden Hüftprothesen bei articon standardmässig computernavigiert implantiert. Dies wurde zusammen mit einem weniger invasiven antero-lateralen Zugang eingeführt, da die Computerassistenz trotz etwas reduzierter Einsicht die Präzision der Implantatposition sicherstellt. Mittlerweile wurden durch uns über 1000 Hüftprothesen mit dieser Technik durchgeführt.

    In der Operation werden zu allererst Lokatoren am Oberschenkel- und Beckenknochen installiert, die mit optischen Markern bestückt sind. Hierzu werden jeweils zwei kleine Hautstiche angebracht. Mit einer Infrarotkamera können so die Becken- und Beinposition registriert werden. Dies ermöglicht später das exakte dreidimensionale Positionieren der Prothesenkomponenten und die korrekte Einstellung und Überprüfung der Beinlänge.

    Die Computernavigation kommt in der Operation für die Positionierung der Pfanne in Einsatz. Sowohl die Fräsung wie auch Einstellung der Orientierung der Pfannenkomponente relativ zur natürlichen Pfanne wird mit der Navigation über den Anstellwinkel (=Inklination) und den vorderen Öffnungswinkel (=Anteversion) kontrolliert.

    Dasselbe geschieht mit der Kontrolle der Raffelposition im Schaftbereich, wobei hier die Beinlänge, der Hebelarm (=Offset) und die Drehung nach vorne (=Antetorsion) interessieren. Sowohl die Raffeln wie auch die Position der Schaftkomponente werden mit der Navigation kontrolliert. Über unterschiedliche Kopflängen erfolgen wenn nötig Feinanpassungen.

    Articon.ch Computerassistenz während der Operation


    MAKO Roboterarm-assistiertes Operieren

    Noch einen Schritt weiter geht die Roboterarm-assistierte Operation mit dem MAKO-Verfahren. Hier wird vor der Operation zusätzlich eine Computertomografie durchgeführt. Anhand der anatomischen Gegebenheiten erfolgt am dreidimensionalen Modell Ihres Hüftgelenkes die Operationsplanung. Die Pfannengrösse und Position können exakt bestimmt werden, dies giltauch für den Hüftschaft.

    Die Vorbereitung in der Operation erfolgt analog zur konventionellen Computernavigation. Auch hier werden zuerst Lokatoren am Oberschenkel und Beckenkamm angebracht.

    Anders als bei der konventionellen computernavigierten Operation wird die MAKO-Hüfte über einen hinteren Zugang in Seitenlage implantiert, dies hat technische Gründe wegen der Position und Arbeitsweise des Roboters. Auch wird zuerst der Hüftschaft präpariert, da dann in einer virtuellen Planung die definitive Implantatposition und die Beziehung zwischen Schaft und Pfanne noch einmal feinjustiert werden kann.

    Die Fräsung des Pfannenbettes und das Einschlagen der Pfannenkomponente erfolgt mit Unterstützung des Roboterarms, wie rechts dargestellt. Der Schaft wird von Hand vorbereitet. Analog wie bei der konventionellen Computernavigation werden dann Beinlänge, Hebelarm (=Offset) und Torsion mit der Computernavigation kontrolliert.

    Die Praxis articon hat im Mai 2019 als erste Anwender aus der Schweiz die Zertifizierung für die roboterarm-assistierte Hüftprothetik erlangt.

    Articon.ch Computerassistenz während der Operation
  • Nach der Operation+

    Mobilisation und Physiotherapie

    Die Mobilisation beginnt bereits direkt nach der Operation, noch am selben Abend oder am Morgen danach. Die Prothese ist in der Regel direkt voll belastbar und Sie erlernen im Spital, mit den Gehstöcken zu laufen. Sie erhalten 1x tgl. Physiotherapie und bekommen Übungen zur Eigentherapie. Sie selbst sind angehalten, jeden Tag ihren Bewegungsradius zu erweitern.




    Vermeidung von Thrombosen

    Eine Hüftoperation ist mit einem hohen Thromboserisiko vergesellschaftet. Die wichtigste Prophylaxe können Sie selbst machen, durch regelmässige Bewegung. Zusätzlich bekommen Sie täglich eine Spritze zur Blutverdünnung (Fragmin®). Bei Austritt wird dies auf eine Tablette umgestellt (Xarelto®), die Sie bis 30 Tage nach Operation einnehmen sollten.




    Schmerztherapie

    In der Regel sind die Schmerzen nach einer Hüftoperation gut mit den standardmässigen Schmerzmedikamenten Ibuprofen, Novalgin® und/oder Dafalgan® beherrschbar. Nur unmittelbar nach der Operation sind gelegentlich stärkere Medikamente wie Morphinderivate nötig. Die Dauer der Medikamenteneinnahme und Dosierung richtet sich rein nach Ihren Beschwerden. Wenn Sie an einer Nierenfunktionsstörung leiden, dürfen die Entzündungshemmer allerdings nicht eingesetzt werden.




    Infektionsprophylaxe

    Zur Infektionsprophylaxe verwenden wir zusätzlich zu den chirurgischen Standardmassnahmen einen speziellen Wundverband ähnlich einer zweiten Haut (Comfeel®). Dieser muss zum Schutz der Wunde NICHT gewechselt werden und kann bis zur Fadenentfernung belassen werden (ausser wenn er undicht wird). Damit kann man am zweiten Tag nach der Operation auch bereits Duschen gehen.




    Austritt aus dem Spital

    Der Spitalaufenthalt beträgt in der Regel 3-6 Tage. Folgende Kriterien müssen für einen Spitalaustritt nach Hause erfüllt sein:

    -Reizfreie, trockene Wundverhältnisse
    -Erträgliche Schmerzen
    -Selbstständig mobil an Gehstöcken
    -Selbstständige Körperpflege

    Der Spitalaustritt ist jeweils morgens bis 9 Uhr (Samstag und Sonntag bis 10 Uhr).

    Nach dem Austritt sollten Sie ambulant ein- bis zweimal wöchentlich in die Physiotherapie gehen und die instruierten Übungen selbständig regelmässig durchführen. Idealerweise vereinbaren Sie schon vor Austritt aus dem Spital die ersten Physiotherapie Termine.

    Die Fadenentfernung ist 14 Tage nach der Operation vorgesehen. Dies erfolgt in der Regel in unserer Sprechstunde, alternativ kann dies Ihr Hausarzt übernehmen.




    Beim Austritt erhalten Sie von uns folgende Unterlagen:

    -Physiotherapie Verordnung
    -Termin zur Fadenentfernung (wenn gewünscht)
    -Termin zur Kontrolle mit Röntgenbild nach 3 Monaten
    -Verordnung für Medikamente durch die Pflege (Schmerzmittel und Thromboseprophylaxe)
    -Zeugnis für Arbeitsunfähigkeit (falls nötig)
    -Prothesenpass
  • Nachbehandlung+

    Eigentherapie

    Führen Sie die im Spital instruierten Übungen selbständig 2-3x täglich schmerzadaptiert durch. Die abgegebene Broschüre hilft Ihnen dabei. Gehen Sie regelmässig spazieren und erhöhen Sie dabei kontinuierlich die Distanz und auch Schrittlänge sowie Gehgeschwindigkeit.

    Versuchen Sie, zu Hause die Gehstöcke zunehmend wegzulassen und einige Schritte ohne Gehhilfen zu gehen. Auch hier sollen Sie versuchen, die Gehstrecke schrittweise zu steigern.

    Die Hüfte benötigt aber auch immer wieder Ruhe. Legen Sie Ihr Bein immer wieder hoch und kühlen Sie mit Eis oder Umschlägen wie Quarkwickel.




    Ambulante Physiotherapie

    In der Regel wird die weitere Nachbehandlung durch eine ambulante Physiotherapie unterstützt, am einfachsten in der Nähe Ihres Wohnortes. Sie können auch weiterhin die Physiotherapie im Salem-Spital besuchen.

    Bei Entlassung aus dem Spital bekommen Sie eine erste Verordnung von uns mit. Primäres Ziel ist die Wiederherstellung der Funktion des Hüftgelenkes und Schmerzlinderung, sodass Sie Ihren Alltag möglichst bald wieder selbständig bewältigen können. Ein tolerierbares Schmerzniveau ist wichtig für die weitere Rehabilitation und steht an erster Stelle. Im weiteren Verlauf wird dann wieder mit dem Muskelaufbau begonnen und das Gangbild trainiert. Da es sich um ein künstliches Gelenk handelt, müssen Sie auch ein neues «Gefühl» für Ihr Hüftgelenk entwickeln, was ebenso koordinativ mit der Physiotherapie geübt wird. Es bestehen, wenn nicht anderweitig geäussert, keine Einschränkungen für die Belastbarkeit und Beweglichkeit des Hüftgelenkes.

    Bei übermässiger Schwellung kann unterstützend Lymphdrainage verschrieben werden.

    Es ist üblich, dass Sie während 2-3 Monaten Physiotherapie benötigen. Je nach Vorgeschichte und Ausgangssituation kann dies sogar längere Zeit beanspruchen.




    Nachkontrollen

    Bei irgendwelchen Wundheilungsstörungen sind wir Ihre ersten Ansprechpartner, melden Sie sich ohne Verzögerung in der Praxis!

    Verordnungen für Schmerzmittel, Thrombose-prophylaxe und Physiotherapie erhalten Sie ebenso von uns ausgestellt und werden Ihnen bei Austritt aus dem Spital mitgegeben.

    Auch stehen wir für die routinemässige Operationsnachsorge für Sie zur Verfügung, um eine regelrechte Rehabilitation und ein gutes Resultat nach der Hüftprothese sicherstellen zu können.

    Üblicherweise erfolgt die erste Konsultation nach 14 Tagen zu einer Wundkontrolle und zur Fadenentfernung. Die nächste Kontrolle erfolgt mit Röntgenbild nach 3 Monaten. Wenn Sie und auch wir mit Ihrem Hüftgelenk bereits gut zufrieden sind, sind weitere Kontrollen nicht unbedingt nötig. Bei Restbeschwerden kann gerne nach einem Jahr noch einmal eine Kontrolluntersuchung mit Röntgen erfolgen. Machen sie hier bei Bedarf jederzeit einen Termin ab.

    Im weiteren Verlauf sind routinemässige Prothesenkontrollen im etwa 5 Jahres Intervall oder bei neuen Beschwerden zu empfehlen.

  • Erfolgsaussichten und Risiken+

    Insgesamt zählt die Hüftprothesen Implantation zu einer der erfolgreichsten Operationen überhaupt, insbesondere in Hinblick auf eine erfolgreiche Schmerzbehandlung und Funktions-wiederherstellung. Über 90% der Patienten geben an, mit dem Ergebnis ihrer Hüftoperation zufrieden zu sein.

    Pro Jahr werden in Europa über 400‘000 Hüftgelenke implantiert, in der Schweiz sind es über 18‘000, sodass von einer Routineoperation gesprochen werden kann.

    Zahlreiche Patienten berichten, dass sie vergessen, ein Kunstgelenk implantiert zu haben. In bestimmten Belastungssituationen sind Restbeschwerden jedoch nichts Ungewöhnliches und werden von vielen Patienten beschrieben. Auch wird von vielen Patienten vor allem in der Anfangsphase ein relativer Kraftverlust der Hüftmuskulatur im Vergleich zum gesunden Gelenk bemerkt. Selten kann dies zu einem bleibenden Hinken auch nach der Operation führen.

    Insgesamt ist der Status der Muskulatur und Beweglichkeit des Hüftgelenkes vor der Operation einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Resultat nach der Operation.

    Grundsätzlich sind mit einer Hüftprothese auch sportliche Aktivitäten durchführbar. Zahlreiche Patienten berichten jedoch über gewisse Einschränkungen bis hin auch zur Sportunfähigkeit. In den meisten Fällen können leichtere Aktivitäten wie Velo fahren, Schwimmen und Golfspielen problemlos durchgeführt werden. Viele Patienten können auch Ski fahren gehen oder Tennis spielen mit ihrem Kunstgelenk. Sportarten mit hohen Stossbelastungen, wie das Joggen oder Kontaktsportarten sind nicht zu empfehlen.

    Gerade bei sehr aktiven Patienten verschleissen die Kunstgelenke schneller, respektive lockert sich die Verankerung im Knochen. Nach dem aktuellen Stand der Technik erreicht die Überlebensdauer des Kunstgelenkes problemlos 20 Jahre.

    Jede Operation geht immer auch mit gewissen Komplikationsrisiken einher. Insgesamt sind Komplikationen auf Grund der hohen Standardisierung selten, jedoch trotz aller Perfektionierung nicht “gleich Null“.

    Wichtigster Risikofaktor ist heute vor allem der Patient selbst, der durch Alter und Nebenerkrankungen ein persönliches Opera-tionsrisiko mitbringt. Beispielhaft sind ein Diabetes, eine Rheumaerkrankung, eine Blutarmut oder ein deutliches Übergewicht mit einem höheren Risiko für Komplikationen, insbesondere in Hinblick auf Wundheilungsstörungen oder Infektionen vergesellschaftet. Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten birgt ein Risiko für eine Nachblutung.




    Als wichtigste Komplikationen sind zu nennen:

    -Infektionen und Wundheilungsstörungen
    -Thrombose/Lungenembolie
    -Bluterguss
    -Lockerung oder Verschleiss der Prothese
    -Ausrenken des Gelenkes
    -Knochenbrüche bei Einsetzen der Prothese oder bei Stürzen
    -Unterschiedlich lange Beine
    -Verletzungen von Nerven und Gefässen bei der Operation
  • Besonderheiten in der Therapie+

    Knochenfissur während der Operation

    Wie angesprochen verwenden wir bei articon nahezu ausschliesslich zementfrei fixierte Hüftprothesen. Diese werden im Knochen verklemmt, um von Beginn an voll belastbar zu sein. Allerdings kann es beim Einsetzten auch mal zu Rissen im Knochen kommen. In erster Linie ist der Schaft betroffen, das Risiko liegt bei ca. 4%. Gerade ältere Patienten mit einer reduzierten Knochenelastizität haben hierfür ein erhöhtes Risiko.

    Kommt es zu einem solchen Knochenriss (Fissur), muss dieser in der Regel auch stabilisiert werden. Der Operationsaufwand wird etwas grösser so auch der Hautschnitt. Für das Langzeitergebnis der Prothese hat dies jedoch keine Auswirkung. Mit der Knochenheilung wächst der Knochen ungestört an der Prothese an.

    Je nach Knochenriss, kann es sein, dass Sie nach der Operation Ihr Bein nicht gleich voll belasten dürfen, um die Heilung zu ermöglichen und ein Nachsinken des Schaftes zu verhindern. Dann gilt für 4-6 Wochen eine Teilbelastung des Beines. Dies wird mit Ihnen nach der Operation besprochen.




    Auskugeln des Gelenkes (Luxation)

    Das Auskugeln des Hüftgelenkes stellt eine seltene, aber unangenehme Komplikation dar. Beiminimal invasiver Technik liegt das Risiko bei 1%, bei articon dank der Computernavigation bei 0.5%.

    Patienten mit einer schlechten Hüftmuskulatur haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Ausrenken (Luxation) des Kunstgelenkes. In diesen Situationen verwenden wir primär sogenannte bipolare Köpfe, welche aufgrund ihrer Grösse und Konstruktion faktisch nicht mehr luxieren können. Diese Prothesen haben im Vergleich zu den normalen Inlays einen erhöhten Verschleiss.




    Therapie der Hüftdysplasie-Arthrose

    Auch bestimmte knöcherne Fehlstellungen stellen für die Operation komplexe Ausgangslagen dar. Eine angeborene Hüftdysplasie, also die Fehlanlage der Pfanne, erschwert die Verankerung des Pfannenimplantates. Teilweise muss in solchen Fällen auch eine Verschraubung der Pfannenschale erfolgen. Dies kann in der Operation ohne wesentlichen Mehraufwand durchgeführt werden. Einziger Unterschied ist dann, dass der Schraubenkopf manchmal die Verwendung eines Kunststoff-Inlays erfordert.

    Selten kann keine sphärische Pfanne korrekt in der seichten Pfanne korrekt verankert werden. In diesem Fall wird eine Pfannendachschale eingesetzt und im Beckenknochen verschraubt. In diese Schale wird eine Polyäthylenpfanne einzementiert. Wenn dieses Vorgehen bei Ihnen eventuell in Betracht kommt, wird dies in der Regel im Vorfeld der Operation mit Ihnen besprochen.




Informationsbroschüren zum Download